blog Social Dingsda Beitrag über , vom 5. Oktober 2010

Thomas Knüwer schlägt vor, das „Media“ aus „Social Media“ zu streichen, weil der Begriff den irrigen Versuch befördere, dieses Phänomen mit den Mitteln der Mediaplanung anzugehen. Finde ich gut. Streichen wir doch gleich den ganzen Begriff.

Die ganze Bezeichnung „Social Media“ ist bei näherem Hinsehen Unfug. Nicht nur, weil „Media“ in seiner Vieldeutigkeit irreführend ist und die o.g. Assoziationen der Mediaplaner hervorruft, sondern auch, weil Medien (nun im Sinne von Übertragungsmedien) natürlich schon immer „social“ waren, weil sie eine Beziehung zwischen mindestens zwei Akteuren herstellen. Was genau sollen nun also „Social Media“ sein? Für die meisten ist es Facebook. Aber finde mal ein griffiges Buzzword für im Grunde wirklich spannende Aspekte der Online-Öffentlichkeit wie „von Zeit und Ort unabhängige Rekontextualisierung von Primärkommunikation“. Da hört Dir doch keiner mehr zu.


8 Comments

  1. Die Idee ist nicht neu und auch nicht falsch. Aber: bitte erst einmal einen besseren Ersatz heranschaffen. (Und der war/ist nicht „Web 2.0“!)

    schrieb Gerrit Eicker am 5. Oktober 2010 um 10:13

  2. Aber es hört sich schön an :) (http://twitter.com/#!/jayzon277/status/26438718486)

    schrieb Markus am 5. Oktober 2010 um 10:23

  3. Ach, ich weiß ja nicht. Was wir ja momentan auch lernen, ist, dass es doch mehr auf die Inhalte ankommt, als auf den lautesten Marktschreier. Jeder Begriff wird für die Geeks und Pioniere uninteressant, sobald die Masse über ihn spricht. Also ich bin dafür, sich mit solchen Nebensächlichkeiten wie „wie nennen wir das Kind“ nicht weiter zu befassen. Das nächste Buzzword kommt schon ganz von allein.

    schrieb Hannes Mehring am 5. Oktober 2010 um 11:12

  4. @Gerrit Ich weiß. Aber es kann nicht oft genug gesagt werden. Vielleicht ist ja jemand anders kreativer als ich. Oder wir beenden den Versionierungszwang und finden uns damit ab, dass Öffentlichkeit und ihre Entwicklung im Fluss sind und nicht in handlichen Fässern geliefert werden.

    schrieb Till am 5. Oktober 2010 um 11:17

  5. @Hannes Hegel und der Konstruktivismus sind Dir ja Begriffe. Daher ist Dir auch klar, dass es dafür, wie wir mit einem Phänomen umgehen, durchaus wichtig ist, wie wir es nennen. Welche Worte wir finden für das, was gerade passiert, wird maßgeblich mitbestimmen, wie wir damit umgehen.

    schrieb Till am 5. Oktober 2010 um 11:24

  6. @Till Ich bin bei vielen Begriffen, gerade auch beim Begriff „Öffentlichkeit“, nicht wirklich überzeugt, ob wir dort „radikale Neudefinitionen“ (oder überhaupt welche) benötigen. Vielfach sind doch schon die klassischen Definitionen nicht bekannt, obwohl häufig treffend … auch heute noch. ;)

    schrieb Gerrit Eicker am 7. Oktober 2010 um 14:30

  7. @Gerrit:
    bzgl. „oder überhaupt welche“ -> Du lehnst Definitionen generell ab?
    bzgl. „radikale Neudefinitionen“ – Die Anführungszeichen suggerieren ein Zitat – aber woher kommt es? Aus meinem Text oder den Kommentaren nicht.

    schrieb Till am 7. Oktober 2010 um 21:07

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