blog Media Markt: Die Kunden sind doch nicht blöd. Beitrag über , , , , vom 11. Januar 2010

Ein schöner, einfacher Case, wie Social Media Monitoring in der Emergenzphase eine Krise – vielleicht – entschärft hätte: Schon seit über einer Woche wird dazu aufgerufen, die „jeder 10. Einkauf umsonst“-Aktion von Mediamarkt auszuhebeln, indem man mehrere Käufe tätigt und bei allen nicht rückvergüteten Käufen das bedingungslose Umtauschrecht in Anspruch nimmt. (via @pr_ip)

Die Idee sprach sich herum. Jetzt steht es in der Frankfurter Rundschau. Media Markt reagiert:

„Es gibt einige, die das ausnutzen“, räumt eine Media-Markt-Sprecherin auf Anfrage ein. Inzwischen ziehen manche der bundesweit 235 Filialen der Kette schon die Notbremse: Im Werbezeitraum vom 2. bis 9. Januar gekaufte Produkte nehmen sie nicht mehr – wie eigentlich üblich – gegen Bargeld zurück, sondern nur gegen einen Warengutschein. (FR)

Mal sehen, was von den Umsätzen der letzten Wochen nach der Umtauschwelle übrig bleibt. Ich bezweifle, dass die Verluste durch verbreitetes Ausnutzen dieser Lücke einkalkuliert wurden. Es hätte die Chance gegeben, die Gewinnspielbedingungen anzupassen, bevor das Thema Reichweite erlangte.

Update: Die ersten Kunden, die ihre 9 bezahlten Produkte nicht umtauschen durften, fühlen sich „arglistig getäuscht“ (via Trackback bei informelles). Wer ist hier eigentlich das Schlitzohr, wer der schlechte Verlierer?

blog Kaffee und Kommunikation Beitrag über , , vom 4. Januar 2010

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„Ohne Kaffee gäbe es in Nordeuropa keine Infrastruktur, keine Vorstellung von Öffentlichkeit. Nur Volk in Bierhallen, Weinhallen, Mostkellern.“ (Peter Weber in der „Zeit“)

Recht hat er. Insofern ist meine Kombination von Kaffeehandel und Kommunikationsberatung nicht kurios, sondern ein Beispiel sinnvoller vertikaler Integration.

blog 09/10 Beitrag über , , , , , , vom 2. Januar 2010

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09/10 – die Kurzfassung

2009 war stressig, aber gut, 2010 wird noch besser. Ab sofort bin ich für Hering Schuppener Consulting tätig, werde dort für Social Media und ihre Auswirkungen auf die Unternehmenskommunikation zuständig sein. Sonntagmorgen Kaffee werde ich weiterführen, mich aber aus dem Tagesgeschäft herauslösen. Im kommenden Jahr will ich mich wieder öfter bei Barcamps blicken lassen und ein paar lange liegengelassene Baustellen wieder aufnehmen – mein Studium zum Beispiel. Danke an alle, die mein 2009 wie auch immer geprägt haben, und auf ein gutes 2010!

Was war, wird und soll – die Langfassung

2009 war für mich persönlich ein Jahr der Entscheidungen und Weichenstellungen (dazu unten mehr). Das vergangene Jahr war wirklich turbulent, mit viel Stress und Herausforderungen, aber auch schönen Momenten. Ich bin gereist, zum Beispiel mit Markus zum LPRS-Forum und DMMK, nach Spanien und Norwegen, wo der Bulli ausgebrannt ist (war bis dahin aber eine wunderbare Reise). Martin ist ein- und wieder ausgezogen. Meine Suzuki DR musste einer KTM LC4 weichen. Schlechter Kauf – ein verbastelter Alptraum. Ich habe meine Arbeit bei Campus Relations e.V. niedergelegt, bin den Piraten beigetreten. Die sind in den Stadtrat eingezogen, meine Freundin in meine unsere Wohnung.

Sonntagmorgen Kaffee wird erwachsen

Im Juni ist Tamer aus unserer gemeinsamen Gründung Sonntagmorgen Kaffee ausgeschieden. In knapp 2 Jahren hatten wir aus einer fixen Idee eine gut gehende Firma gemacht und sind darüber Freunde geworden. Indes hat Sonntagmorgen viel an Professionalität gewonnen. Sichtbarstes Beispiel bisher ist wahrscheinlich der Adventskalender, den wir mit ständigem Feedback unserer Fans entwickelt und aufwendig gefertigt haben. Wenn wir auch offen gesagt längst nicht alles geschafft haben, was wir uns bis hierhin vorgenommen haben, und auch persönliche Enttäuschungen das Jahr mit geprägt haben, bin ich doch sehr zufrieden.

Im nächsten Jahr soll eine völlig neu entwickelte Shopsoftware diese Entwicklung fortsetzen. Für mich noch wichtiger ist der Wandel hinter den Kulissen: Sonntagmorgen zieht an einen neuen Produktionsstandort und bekommt neue Partner aus dem Spezialitätenkaffee-Bereich. Zudem sind neue, zuverlässige und engagierte Mitarbeiter zum Team gestoßen. Kerstin, Leo und Marc, Euch möchte ich besonders danken. Die neue Aufstellung macht es mir möglich, wieder mehr zu planen als das Tagesgeschäft zu managen. So wird sich Sonntagmorgen weiterentwickeln und mir bleibt trotzdem Zeit, wieder anderen Dingen nachzugehen.

Nachdenken über PR und Soziale Medien

Mit den frei werdenden Kapazitäten bringe ich mich bei Hering Schuppener Consulting ein. Ab diesem Jahr bin ich dort für den Bereich Social Media zuständig und freue mich sehr auf diese Aufgabe. Zum einen, weil sie wie geschaffen für meine Vorerfahrungen aus Journalismus, PR und Kommunikationswissenschaft und mein Interesse an Social Media ist, zum anderen weil ich viel Recherche und Analyse betreiben kann und nicht immer an der „operativen Oberfläche“ bleiben muss (siehe auch meinen Post zum Thema „Beratung“ vs. „Agentur“). Statt Marketingkampagnen steht das Zuhören und Beobachten im Zentrum meiner Arbeit. Der Schritt ist für mich außerdem sehr spannend, weil es nach fast 10 Jahren freiberuflicher Tätigkeit und Unternehmertum meine erste Festanstellung ist.

Blog‘ mal wieder

Dass ich mich auch aus beruflicher Sicht wieder mehr mit Social Media beschäftige, gibt mir hoffentlich den Antrieb und die Gelegenheit, darin auch wieder präsenter zu sein, sei es hier im Blog oder bei Veranstaltungen. Im Moment vertiefe ich mich in Reputationsmanagement und Medienbeobachtung, dazu gibt es sicher etwas zu posten. Zwei, drei Barcamps möchte ich mindestens besuchen, das ist 2009 definitiv zu kurz gekommen.

Thema „gute Vorsätze“. Dazu gehört auf jeden Fall, mein kurz vor der Endphase liegengelassenes Studium wieder voranzubringen. Das heißt, mich wieder in Seminare zur Geschichte zu setzen, vor allem aber wieder Arabisch zu lernen. Ich hoffe sehr, dass ich die Geduld noch mitbringe.

Die Freunde und die Freude sollen auch nicht zu kurz kommen. So möchte ich gern wieder Motorrad fahren und Fotografieren, mit Patrick und Marc mountainbiken, Lesen, ins Theater und Kino gehen, Reisen und dazu kommen, an mir selbst zu arbeiten und nicht nur an meinem Output.

Danke an alle, die 2009 zu einem guten Jahr gemacht haben, eine Entschuldigung an alle, die ich vernachlässigt habe und allen ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2010!


P.S.: Um Kontakt zu halten, findet man mich geschäftlich bei Xing und LinkedIn, privat bei Facebook und für die Präsenzawareness irgendwo dazwischen bei Twitter.

twitter Beitrag über , , , , vom 1. Januar 2010

Simpler URL-Hack: #Xing-Nachrichten als RSS-Feed https://www.xing.com/protect/inbox – nur Absender/Betreff, aber immerhin.

blog Netzwerktheorie in 47 kurzweiligen Minuten Beitrag über , , , vom 28. Dezember 2009

Nicht ganz neuer, aber sehenswerter Beitrag von BBC2 über die noch sehr jungen Anfänge der Netzwerktheorie und deren möglicher Anwendung:

Roter Faden des Beitrags ist ein praktischer Test zu „six degrees of separation“ bzw. der „small world“: Ist wirklich jeder Mensch zu jedem anderen über 6 persönliche Kontakte entfernt? Am Ende gar nicht mehr so wichtig – spannender sind die Gemeinsamkeiten zwischen jeder Art von Netzwerk, ob sozial, biologisch oder technisch. Die daraus ableitbaren Regeln machen Netzwerke vorhersagbar, das wiederum macht sie beeinflussbar. Das hilft bei der Bekämpfung von Krankheiten, vielleicht zum Beispiel aber auch bei der Verbreitung von Botschaften.

links Checkfacebook.com vom 24. November 2009

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Aktuelle Demographie und Wachstumsraten von Facebook in einer netten kleinen Übersicht. Für die kleine aktuelle Statistik zwischendurch oder die brandaktuelle Powerpoint-Folie.

Zur Seite http://www.checkfacebook.com/

twitter Beitrag über , , vom 22. Oktober 2009

Zu Jack Wolfskin wird genug gesagt. Das Thema ist in der Presseder GF reagiert. Ich warte und schaue in 6 Monaten auf die Langzeitwirkung.

links Soziale Netzwerke: eine Einführung « Wir sprechen Online. vom 19. Oktober 2009

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Was Gerrit Eicker für die Leser des "Motorist", ein Fachmagazin für den Motorgerätehandel, schreibt, ist auch für alle anderen Branchen eine gute Einführung in das "Was" und "Warum" der Präsenz von Unternehmen (wichtier: Unternehmern) in Social Networks. Auch ein paar Tipps zum "Wie" bietet Gerrit an, die Social Media-Bastelanleitung darf man aber auch hier nicht erwarten. Die gibt es nicht.

Zur Seite http://wir-sprechen-online.com/soziale-netzwerke-eine-einfuehrung/

links Lufthansa MySkyStatus – DLH nutzt Netzwerke der Kunden durch Statusupdates aus dem Flieger vom 12. Oktober 2009

Wenn das gut angenommen wird, hat Lufthansa einen kreativen Weg ins soziale Onlinenetzwerk seiner Kunden gefunden: MySkyStatus, „travel made social“ (Eigenwerbung), sendet auf Wunsch automatische Statusupdates über Ort, aktuelle Flughöhe und Ankunftszeit über den Twitter- oder Facebook-Account der Reisenden, bislang nur ein paar mal am Tag. Mal sehen, ob der Tipping Point überschritten wird, bevor die Test-Nachrichten neugieriger Nichtflieger deren Kontakten auf die Nerven gehen. Dennoch: Chapeau, liebe Lufthansa, für Kreativität und Mut zum Experiment.
Lufthansa hat Twitter etc. schon früher ins Marketing integriert, etwa durch Statusupdates per Banner-Klick, allerdings bisher mit dem Fokus auf Reichweitengenerierung. 1:1-Interaktion findet über @lufthansa_DE offenbar noch kaum statt.

Zur Seite http://myskystatus.com/ (via @kchvb / @mashable)

blog Wenn ich groß bin, werde ich Social Media-Berater Beitrag über , vom 7. Oktober 2009

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David Nelles fordert das Erwachsenwerden der Social Media-Beratung.

Hier erlaube ich mir eine kurze Wortklauberei und behaupte, die meisten Social Media-Beratungen sind keine Beratungen, sondern Agenturen. Der Unterschied: Ein Berater hilft seinem Kunden durch eigene Expertise, Strukturierung und den Blick von außen bei der Lösung einer Aufgabe. Der Schwerpunkt liegt auf dem Dialog mit dem Kunden, das Ergebnis sind idealerweise Strukturen und Prozesse, mit denen der Kunde die Aufgabe selbst lösen kann. Der Agent (lat.: Handelnder) hingegen führt in erster Linie die gestellte Aufgabe aus, im besten Falle strukturiert und zielgeleitet. Da er an dieser Ausführung verdient, hat er i.d.R. kein großes Interesse daran, den Kunden dazu zu befähigen und seine Methoden offen zu legen. Legitim. Nichts gegen Agenturen, aber über den Unterschied sollte man sich bewusst sein – auch, wenn auf der Visitenkarte „Berater“ steht.

Zurück zu David Nelles‘ Beitrag. Er fragt:

„Was macht denn eine professionelle Social Media Full Service Agentur aus?“

Zum Erwachsenwerden gehört für ihn, frei zusammengefasst, die genutzten Kanäle wieder als Mittel zum Zweck zu sehen und den vielgepriesenen „Dialog“ auch zu führen, also eine Philosophie der offenen und direkten Kommunikation zwischen Menschen auch in die Unternehmen zu tragen. Beratung also.

Eine schwierige Aufgabe, denn sie bedeutet, wie Uwe Knaus kommentiert, ein für die Strukturen und Prozesse eines Unternehmens passendes Konzept zu entwickeln, vielleicht diese sogar anzupassen und nicht nur kampagnenweise im Netz Marketingbotschaften zu streuen oder regelmäßige Reports abzugeben. Diese Kompetenz würden die meisten Unternehmensverantwortlichen eher „klassischen“ Beratungen zutrauen – meist mit Recht, denke ich. Natürlich ist Social Media-Kompetenz wichtig. Nur wer das ganze zur Verfügung stehende Instrumentarium kennt, kann die richtigen Mittel zur Erreichung seiner Ziele wählen. Wer keinen Hammer kennt, wird Nägel mit dem Schraubenzieher in die Wand hauen. Aber auf bestimmte Kanäle spezialisierte Agenturen haben eben NUR den Hammer zur Verfügung. Machen wir uns nichts vor: Bei aller Euphorie ist das Social Web vom Leitmedium weit entfernt, da reicht ein Blick in die Statistik.

Stichwort „Ziele“. Kaum ist die Phase des Unverständnis und der damit einhergehenden völligen Ablehnung überwunden, kann es manchen Kunden gar nicht schnell genug gehen. Blog, Twitter, Facebook, da muss man doch jetzt überall mitmachen, oder? Was auf der Strecke bleibt, ist die Einbindung in eine globale Strategie. Nicht immer: Ich kenne eine ganze Reihe verantwortungsvoller Berater, die an dieser Stelle nachhaken oder auch einmal abraten. Auf der anderen Seite verkaufen selbst namhafte Agenturen Tools ohne Sinn und Verstand – sei es, weil sie selbst noch nicht verstanden haben, wozu das gut sein soll, oder weil sie diese Tools nun mal gerade anzubieten haben. Die teuer eingekauften Programmierer müssen ausgelastet werden. In der Einbindung in die Unternehmens- und Kommunikationsstrategie liegt in meinen Augen das größte Problem.

Kann eine Social Media-Beratung ein Unternehmen umfassend in seiner Kommunikation beraten? Warum nicht? Wenn mit ausreichend Erfahrung und Expertise „Social Media“ nicht als Teilmenge von „Online“ verstanden wird. Dass „Social“ auch offline funktioniert, beweist Martin Oettings trnd, deren Mitglieder auch im „richtigen Leben“ über ihre Projekte, sprich: Produkte und Marken reden. Es geht in meinen Augen um den Umgang der Unternehmen und Agenturen mit einem Bewusstseinswandel der Konsumenten, der zwar im partizipativen Web seine Triebfeder hat, aber an dessen Grenzen nicht aufhört. Wer in dieser Online-Welt zuhause ist, kann daraus einen Wissens- und Verstehensvorsprung über die gegenwärtigen Veränderungen ziehen und diesen auch offline anwenden. Warum also den Lead nicht an eine Social Media-Beratung geben? Eben weil es nicht nur um ein neues Bündel an Kanälen, sondern generell um den kommunikativen Umgang mit Stakeholdern geht, tun Unternehmen gut daran, nicht einfach in Social Media hineinzuhandeln (oder handeln zu lassen), sondern sich umfassend und im Zweifel lieber etwas langsamer, behutsamer darauf einzustellen. Ein guter Berater hilft bei diesem Prozess.

Zur Professionalisierung der Social Media-Berater/-Agenturen gehört für mich die Beantwortung der Frage nach dem eigenen Können und Wollen und die Kommunikation dieses Selbstverständnisses nach außen. Das baut falsche Erwartungen ab, schafft Klarheit und führt hoffentlich dazu, dass man diese Berufsbezeichnung wieder ernst nehmen kann.

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