blog April, April als Marktforschung Beitrag über , , vom 22. April 2009

Pünktlich zum zweiten Quartal schlug ein Startup ins Web ein, auf das die Branche nur gewartet hat: YouSoup bereichert den Reigen des „Mass Customized Food“ um Suppen zum selber mischen. Natürlich habe ich den Launch als Mitgründer auch hier im Blog angekündigt. Die Idee: Fertigsuppen in Pulverform, online konfigurierbar und einfach in der Kaffeemaschine aufzubrühen. Ein Spin-Off meines Kaffee-Startups Sonntagmorgen – dort ebenfalls besprochen.

Natürlich alles Quatsch. Das neue Startup war der diesjährige Aprilscherz des Sonntagmorgen-Teams. Wie der letztjährigen Ankündigung, die Schleichkatze Luwak zur Gourmet-Kaffeeproduktion nun bei uns im Büro zu halten, sind uns auch dieses mal etliche Kollegen und Kunden auf den Leim gegangen. Natürlich sind solche Meldungen, wenn sie virales Potential entfalen, neben dem Spaß beim Ausdenken in erster Linie eine Marketingaktion. Die diesjährige Aktion hatte aber noch eine weitere Dimension: Mich erreichten anerkennende Mails von Mitbewerbern, Interviewanfragen und als Gipfel ein Finanzierungsangebot. Handfeste Antworten auf einen lockeren Scherz.

Nehmen wir einmal an, wir hätten YouSoup tatsächlich starten wollen, aber – wie im Bereich Mass Customizing die Regel – noch kein Vorbild, das das Funktionieren unseres Konzepts beweist. Erste kleinere Befragungen sind vielversprechend, aber der Test am Markt könnte nur mit immensen finanziellen Mitteln oder als „Sprung ins Kalte Wasser“ erfolgen. Am 1. dieses Monats hätten wir viel lernen können.

Mit einem Start zum 1. April kann man eine Idee dem Härtetest unterziehen. Wenn sie an diesem Datum mehrheitlich ernst genommen wird und Resonanz erzeugt, ist sie einerseits skurril genug, um Interesse zu erzielen, andererseits vernünftig genug, um zu bestehen. Das wichtigste aber: Man kommt ohne Gesichtsverlust aus der Sache ‚raus.

Bevor jemand fragt: Suppe aus dem Hause Sonntagmorgen ist auch weiterhin nicht geplant.


2 Comments

  1. Finde ich nen interessanten Ansatz. Werde den 1. April nächstes Jahr glaub noch besser vorbereiten als eh schon gedacht. Nicht nur als Marketing, sondern vielleicht auch wirklich als Test für was Neues.

    Und das beste, wenn es klappt könnte man in Interviews dann immer sagen „Ja, die Idee ist aus einem April-Scherz entstanden.“ :-)

    schrieb Alexander Stengelin am 22. April 2009 um 19:20

  2. Frag mich mal, ob ich „Kaffee 2.0“ von Anfang an ernst gemeint habe. ;-)

    schrieb Till am 22. April 2009 um 20:57

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